Luftreinigungstechnologie in Zeiten des Coronavirus: Sind allgemeine Belüftungssysteme weiterhin anwendbar?
Das Coronavirus (COVID-19) breitet sich weltweit aus. Gleichzeitig steigen die Sicherheitsbedenken in den Unternehmen. Auch die Metallurgie ist davon betroffen. Hier gibt es oft geräumige Produktionshallen, die es ermöglichen, die von anerkannten Virologen empfohlenen Abstandsregeln von zwei Metern einzuhalten. Um jedoch einen umfassenden Schutz für die Produktionsmitarbeiter zu gewährleisten, untersuchen die Sicherheitsverantwortlichen auch andere Gesundheitsrisiken.
Corona-Virus: Kann die allgemeine Belüftung weiterhin funktionieren?
Die Luftreinigungstechnologie steht aufgrund der aktuellen Gesundheitskrise ebenfalls unter Beobachtung. Und zwar aus folgendem Grund: Die Sicherheitsverantwortlichen befürchten, dass Systeme, die tatsächlich dazu dienen, die Mitarbeiter zu schützen, in der aktuellen Situation den gegenteiligen Effekt haben könnten, nämlich eine Verbreitung von Viren. Diese Denkweise bezieht sich ausschließlich auf Systeme, die eine Luftzirkulation ermöglichen. Dieser Betriebsmodus erfolgt in drei Schritten:
- Die kontaminierte Luft wird während des Schweißens oder Schneidens abgesaugt.
- Nach der Erkennung der gefährlichen Substanzen trennen Hochleistungsfilter in den Systemen die Partikel.
- Die Luftreinigungssysteme führen die gereinigte Luft zurück in die Werkstatt.

Dies gilt insbesondere für die allgemeinen Belüftungssysteme, die Folgendes umfassen:
- Filtertürme als unabhängige allgemeine Belüftung gemäß dem Prinzip der Schichtbelüftung
- Push-Pull-Systeme
- Allgemeine Belüftungssysteme mit Verdrängungsbelüftung.
- Allgemeine Belüftungssysteme mit Mischlüftung auch als unabhängige Variante
Die Sicherheitsverantwortlichen fragen sich, ob die Corona-Viren aufgrund ihrer Größe überhaupt von den Filtermedien erfasst werden und ob sie sich im allgemeinen Belüftungssystem weiter verteilen, wenn die gereinigte Luft abgegeben wird. Wäre es für die Unternehmen nicht besser, die Systeme während der Corona-Krise nicht zu betreiben?
Partikelgröße: Schweißrauchpartikel vergleichbar mit Corona-Viren.
Nach dem bisher gewonnenen Wissen über das Coronavirus gibt es jedoch derzeit keine Grundlage für diese Ängste. Der Grund dafür sind die heute gängigen Filtersysteme. In der Regel verfügen sie über hochwertige Filter und eine hohe Filtereffizienz, um selbst ultrafeine Partikel zu trennen. Schweißrauchpartikel und Partikel der Corona-Virus-Familie liegen im gleichen Größenbereich. Während Schweißrauchpartikel zwischen 10 Nanometern und 2 Mikrometern groß sein können, haben Corona-Viren eine Größe von 120 bis 160 Nanometern.
Selbst für diese Partikelgröße haben allgemeine Belüftungssysteme mit geeigneter Filterqualität eine Filtereffizienz von über 99 Prozent. Aufgrund der Vergleichbarkeit der Partikelgrößen gehen die Hersteller auch von dieser hohen Filtereffizienz gegen Viren aus, sodass der Betrieb weiterhin ohne Einschränkungen möglich ist. Es ist wichtig, auf die Filterklassen zu achten. Die besten Absaug- und allgemeinen Belüftungssysteme zur Absaugung von Schweißrauch sind mit Filtern der Klasse E12 ausgestattet.
Die Prozesse in den allgemeinen Belüftungssystemen haben eine antivirale Wirkung
Es ist auch wahrscheinlich, dass die Prozesse innerhalb der Anlagen die Verbreitung möglicher Viruspartikel weiter reduzieren. Dies liegt daran, dass die Viren auf einer Schicht aus trockenem Metalloxidstaub landen, also nicht in einem Nährboden. Und auf solchen Oberflächen ist bekannt, dass Viren nur wenige Stunden überleben. Da die allgemeinen Belüftungssysteme, die zur Absaugung von Schweißrauch verwendet werden, in der Regel keine Heiz- oder Kühlfunktion haben, verursachen die Luftreinigungsprozesse keine weiteren Hygieneprobleme.
Übrigens: Allgemeine Belüftungssysteme sind nur zur Absaugung von Schweißrauch als Ergänzung zur lokalen Absaugung oder in Fällen geeignet, in denen die Erfassung an der Quelle nicht möglich ist. Einige Schweißer verwenden auch persönliche Atemschutzgeräte bei der Arbeit. Zum Schutz vor Schweißrauch werden in der Regel FFP2- oder FFP3-Masken verwendet.